Bärbel Husmann
Eberhorst 10 a
27404 Zeven


Tel. 04281 5122


E-mail:
behu69@gmail.com

Kostbares Perlmutt, edles Schildpatt, zünftiges Hirschhorn – in taubenblau, zinnober, cognac oder steingrau. Hand aufs Herz, haben Sie gleich erkannt, für wen Bärbel Husmann hier den roten Teppich ausrollt? Nein, es sind keine Satellitenaufnahmen von der Erde. Es sind auch keine Eulenaugen. Es sind Knöpfe, die sie durch Nahaufnahmen zu einer zeitgenössischen Spielart des Stilllebens macht.

Die Wahl des passenden Knopfes entscheidet wesentlich über den eleganten Auftritt. Trachtenknöpfe, Militärknöpfe, Blazerknöpfe, Wappenknöpfe, Strassknöpfe – sofort haben wir Bilder im Kopf und assoziieren eine Haltung, eine Gesinnung, eine Mode. Selbst abgetrennte Knöpfe behalten noch ihren Wert, nicht nur Kinder lassen sich von ihnen faszinieren. Knopfkisten sind unwiderstehliche Fundgruben, es gibt Knopfmuseen, Sammlungen, Ausstellungen. Auf dem Flohmarkt in Paris, so heißt es, findet man jeden Knopf, man muss nur lang genug suchen.

 

Bärbel Husmann entdeckt mit ihrer Nikon D200 die „Magie der Dinge“ neu und lässt sie den Betrachter in ungewöhnlicher Ästhetik schauen. Entweder legt sie zwei Knöpfe fast deckungsgleich übereinander, oder sie erreicht mit einer Doppelbelichtung eine minimale perspektivische Verschiebung: so entsteht der Augeneffekt. Nach der Bearbeitung am Computer und dem Druck folgt der seidenmatte Laminatüberzug, die Exponate werden in 40 cm x 40 cm aufgebracht auf 3 mm Simoporplatten. 

Die Struktur der Gegenstände, die sinnlich erfahrbaren Qualitäten, die Schattierungen der Oberfläche, glänzend, lackiert, matt oder stumpf und rau: In neun Beispielen präsentiert Bärbel Husmann sie als „am Körper getragene Gesinnung“.

Josefine Stevens